Faro de Orchilla

Der rötliche Leuchtturm Faro de Orchilla findet sich an der Westküste El Hierros und markiert mit dem Monumento al Meridiano das westlichste Ende der Insel (Punta de Orchilla). In der Vergangenheit kennzeichnete dieser Ort nicht nur den westlichsten Punkt der Insel, sondern auch der damals bekannten Welt.
Geschichtliches zum Punta de Orchilla
Die Geschichte dieses Ortes reicht zurück bis in die Antike. Der in Ägypten geborene griechische Universalgelehrte Ptolemäus (um 100 n. Chr. – 170 n Chr.) definierte Punta de Orchilla als westlichsten Landpunkt der Erde.
Der Geograf zog den Nullmeridian durch diesen Punkt – welcher fortan als „Ferro-Merdidian“ bekannt wurde. Der Nullmeridian ist der Ausgangsmeridian, der bestimmt werden muss, um die weiteren Meridiane zu berechnen. Bis tief in die Neuzeit sollte sich die alte Festlegung des Ptolemäus nicht verändern.
Diese Sichtweise änderte sich nach den Entdeckungen des Columbus (1492). Doch auch da veränderte man die Lage des Nullmeridians vorerst nicht. Erst 1880 wurde die Festlegung des Nullmeridians schließlich geändert. Fortan zog man die wichtige kartografische Linie durch Greenwich in England.
Der Leuchtturm
Der rötliche Leuchtturm wurde 1933 in seiner heutigen Form errichtet. In unmittelbarer Nähe des Leuchtturms befindet sich das Monumento al Meridiano, welches den genauen Punkt markiert, durch welchen der Nullmeridian ursprünglich gezogen wurde.
Noch zur heutigen Zeit dient der Leuchtturm der Navigation von Schiffen. So werden zum Beispiel Boote aus Amerika gelotst. Bis 1997 wurde das Leuchtfeuer manuell vom Leuchtturmwärter gesteuert. Heutzutage ist der Turm unbesetzt, da die Leuchtfeuerbedienung elektronisch und automatisch ausgeführt wird.
Als westlichster Punkt El Hierros, Spaniens und somit des politischen Europas, ist die Bedeutung des Leuchtturms nach wie vor groß. Trotzdem ist die Umgebung des Turmes aufgrund des unwegsamen Terrains unbewohnt. Etliche Vulkankrater, felsiger Boden, erkaltete Lava und eine beträchtliche Wolfsmilchvegetation prägen das Landschaftsbild. Bei Wanderern ist dieses Gebiet auch dank der nahegelegen Höhle Cueva del Acantilado sehr beliebt. Von der Küste aus hat man eine herrliche Sicht auf die Weiten des Atlantiks.

Der Leuchtturm ist derzeit leider nicht betretbar, dennoch soll nach Darstellung der Inselregierung, an einem Ausstellungsraum innerhalb des Leuchtturms gearbeitet werden. Dessen ungeachtet können sich Besucher von außen einen Eindruck über das historische Gebäude verschaffen. Die interessanten Eindrücke werden durch die skurrile Landschaftsform dieser unwirtlichen Umgebung untermalt.
Hinweise
Der spanische Kurzfilm »La Raya« von Regisseur Andrés Koppel schildert den damaligen Kampf des Leuchtturmwärters gegen die Verlegung des Nullmeridians nach Greenwich.
Will man seinen Freunden daheim beweisen, das „Ende der Welt“ besucht zu haben, kann man sich in das Touristenzentrum in Valverde begeben. Dort erhält man auf Anfrage und gegen ein geringes Entgelt eine entsprechende Urkunde sowie nähere Informationen zum Leuchtturm.

Anfahrt von Valverde

Da der Leuchtturm etwas abseits liegt, gestaltet sich die Anreise nicht allzu leicht, aber durchaus machbar. Die Anreise von Valverde erfolgt zunächst über die Straße HI-1 in südlicher Richtung. Etwa 7 Kilometer nachdem man San Andrés passiert hat führt eine Nebenstraße in westlicher Richtung zur Kapelle
Ermita
Ermita

Einsiedelei als Ort der Andacht und Kontemplation; auf den Kanaren werden auch Kapellen so bezeichnet.

Virgen de Los Reyes und anschließend gen Süden zum Leuchtturm.
Je näher man der Küste kommt desto schlechter werden die Pisten. Vor allem der letzte Abschnitt von der Kapelle zum Turm gestaltet sich mitunter sehr holprig und unwegsam. Auch Allrad- betriebene Fahrzeuge sollte dort moderate Geschwindigkeiten annehmen.
Dauer: etwa 50 Minuten
Strecke: etwa 33 Kilometer
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