El Julán

Der südwestliche Teil El Hierros, genauer gesagt der Teil von der Cala de Tacorón bis zur Punta de Orchilla und vom Mar de las Calmas bis hinauf in die Berge zur Hochebene La Dehesa wird als das Gebiet El Julán bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen gewaltigen Hang, der sich von den Gipfelregionen auf 4 km Strecke zum Meer hinab senkt.
Beim Betreten dieses Gebietes empfängt einen eine unglaubliche Einsamkeit und Urtümlichkeit. Die gesamte Gegend ist praktisch unbewohnt. Die schmale Straße wurde erst zur Jahrtausendwende asphaltierte und schlängelt sich kurvenreich an steilen Vulkanhängen entlang unter wunderschönen Exemplaren der Kanarischen Kiefer hindurch.

Eine Straße führt hinab in Richtung Küste und zwar zum Besucherzentrum von Los Letreros. Das ist eine archäologisch wichtige Fundstätte von Steinritzzeichnungen und ehemaligen Behausungen der Ureinwohner El Hierros. Um an der Tour hinunter zum ehemaligen Versammlungsplatz der Bimbaches teilnehmen zu können, muss man sich schon früh am Besucherzentrum einfinden. Die Tour mit Führung ist zwar kostenlos, jedoch werden nur die ersten drei Anmeldungen berücksichtigt. Ab 8 Uhr sollte man dafür vor der Schranke bereitstehen, damit man zusammen mit zwei anderen Gruppen um 9 Uhr die spannende dreistündige Exkursion begleiten darf.
Die Punta de Orchilla mit seinem Leuchtturm am südwestlichen Ende von El Julán und dem westlichsten Ende der Kanarischen Inseln überhaupt wurde einst von Ptolemäus als Nullmeridian verortet. Noch stets im Glauben, die Welt sei eine Scheibe, war man sich sicher, hier das Ende der Welt gefunden zu haben. Erst ab 1884 wurde der Punkt durch Greenwich in England nach und nach abgelöst.
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