El Golfo

Früher musste man sich El Hierro als eine 2600 m hohe Vulkanpyramide vorstellen, die sich gen Westen neigt. Vor ca. 50.000 Jahren schaffte es schließlich ein Erdbeben, dass die enormen Felsen ihrem eigenen Gewicht nicht mehr standhielten und sich eine Masse von 300 km³ ablöste und ins Meer hinunter stürzte. Dieser gigantische Einsturz soll eine bis zu 100 m hohe Flutwelle verursacht haben. Der stehengebliebene Teil dieses Naturschauspiels ist heute als El Golfo bekannt.
Das Tal von El Golfo ist der einzige Teil der Insel, der sich relativ flach ins Meer hinunter senkt. Lange glaubten die Insulaner nicht, dass man dieses Land für die Landwirtschaft ganzjährig nutzen konnten. Nur im Winter, wenn es auf den Hochebenen zu kühl wurde, zogen die Bewohner hierher und pflanzten Wein, Obst und Gemüse für den Eigenbedarf an. Als in den 1960ern einige Bewohner La Palmas kamen, dieses Land kauften und Bananen anbauten, waren die Herreños verblüfft wie gut diese gediehen.

So wurde das Tal in kürzester Zeit von einer nur spärlich bewohnten Gegend mit viel Malpaís (schlechtes Land) zu einer blühenden Landschaft voller Obstkulturen und Weinfelder. Die Bevölkerung nahm rasant zu und hat inzwischen die Hauptgemeinde Valverde zahlenmäßig überholt. Vor allem Ananas- und Bananenplantagen am Meer treiben den Export der Gemeinde La Frontera mit den Orten Las Puntas, Frontera mit Tigaday und Sabinosa an.

Auch der Tourismus hat inzwischen Fuß gefasst. Mit einer der spektakulärsten Landschaften der Kanaren als Panorama ist dies nicht verwunderlich. Bis über 1000 m ragen die Felswände als Kulisse in die Höhe. Der berühmte Glockenturm von La Frontera, der auf einem Vulkankegel steht, ist beinahe im ganzen Tal sichtbar. Den östlichen Abschluss bilden die aufregenden Roques de Salmor, den westlichen die Punta Arenas Blancas. An der Küste entlang tummeln sich außerdem einige sehenswerte Naturschwimmbecken wie das Charco Azul. Den schönsten Überblick über das Golfo-Tal bekommt man jedoch vom
Mirador
Mirador

Spanische Bezeichnung für einen Aussichtspunkt.

de Jinama an der oberen Abbruchkante der Steilhänge.
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