Vulkanlandschaft

El Hierro ist wie alle kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Spuren des Vulkanismus sind dementsprechend auch überall auf der Insel anzutreffen. Auf dem Bergkamm der zeigen sich diese in Form von Vulkanen, die jedoch längst nicht mehr unmittelbar als solche erkennbar sind. Sie ähneln vielmehr Hügeln. Die Krater sind inzwischen bewachsen mit Büschen und Bäumen. Kaum noch etwas erinnert an die einstige Urgewalt, die hier ihren Ausgang nahm. Lediglich die jüngeren Aschekegel, zum Beispiel in der Gegend von San Andrés, sind weniger bewachsen.
Andere Zeugen der vulkanischen Vergangenheit El Hierros sind die zahllosen Höhlen. Teilweise wurden diese durch unterirdische Gasblasen geformt. Bei anderen handelt es sich um Vulkantunnel. Diese entstanden, wenn die äußere Schicht eines Lavastroms schneller erkaltete und damit erstarrte, als die untere Schicht. Letztere floss in das Meer und erkaltete erst dort. Als der untere Lavastrom abbrach, blieben an Land nur noch die erstarrten oberen Schichten übrig, unter denen es nun Leerräume gab – eben jene Höhlen, die heute eine Touristenatraktion sind. Genau auf diese Weise entstand zum Beispiel auch die Cueva de Don Justo, das längste Tunnelsystem der Insel.
Wie schon beschrieben erkaltete nicht die ganze Lava oberirdisch an Land, manche erstarrte auch erst im Meer – und hier bildete die Lava nun die unterschiedlichsten Formationen: Grotten, Tore, Türme und vieles mehr.

Doch auch an Land gibt es durch erstarrte Lava geprägte Landschaften: Los Lajiales im Süden, in der Gegend um La Restinga, und die Region um den Faro de Orchilla im äußersten Westen El Hierros.
Los Lajiales bieten den Anblick einer Lavalandschaft, die gerade erst entstanden zu sein scheint. Pechschwarze Formationen, karges Gestein, kaum Vegetation. Vulkankegeln reihen sich aneinander, Seillava erstreckt sich soweit das Auge reicht, Lavaströme, die auf dem Weg zum Meer erstarrt sind, vermitteln einen Eindruck von der Dynamik eines Vulkanausbruchs. An anderen Stellen dieser Mondlandschaft ragen regelrechte Türme in die Höhe. Angesichts der bizarren Szenerie fühlt man sich beinahe schon auf einen anderen Planeten versetzt, wenn man dieses Gebiet durchstreift.
Dasselbe Gefühl wird jeden überkommen, der auf einer Piste hinab zum Faro de Orchilla fährt. Die Berge, Felsen und der rot-braune Boden erinnern eher an den Mars als an eine Insel, die nur wenige Kilometer weiter nordwestlich einen bis auf die Wanderwege nahezu undurchdringlichen Nebelwald besitzt. Lavafelder und Vulkankegel prägen auch diese durch ihre Abgeschiedenheit beeindruckende Landschaft. Dass sich im Hintergrund dann auch noch die unermesslichen Weiten des azurblauen Atlantiks auftun, erhöht noch den Reiz dieser ganz besonderen Landschaft am äußersten Rand der Kanarischen Inseln.
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