Geografie

El Hierro ist eine Insel im Atlantischen Ozean. Sie ist die westlichste, jüngste und kleinste der Kanarischen Inseln. Geografisch könnte man die Insel zum afrikanischen Kontinent zuordnen, geologisch ist sie als echte ozeanische Insel keinem Kontinent zuzurechnen. Und politisch betrachtet ist El Hierro als Teil Spaniens der westlichste Fleck Europas. 
El Hierro liegt zwischen 27°37' und 27°51' nördlicher Breite und 17°53' und 18°10' westlicher Länge. Nach Afrika beträgt die Entfernung über 400 km, bis zur Nachbarinseln La Gomera sind es 60 km und La Palma liegt etwa 120 km entfernt. Auf einer Fläche von nur 278 km² leben etwa 10.600 Einwohner (Stand: 2015).
Die Form El Hierros erinnert die einen an einen Fuß, bei dem noch ein Stück des Beines zu sehen ist (Norden). Die Zehen zeigen in westliche Richtung. La Restinga, die Südspitze, bildet sozusagen die Ferse und die Bucht vom Mar de Calmas, die natürliche Rundung der Unterseite eines Fußes. Der Fußrücken wird wiederum durch die abgerundete El Golfo Bucht geprägt. Andere wiederum meinen in der Stuktur den Stern einer bekannten Automarke zu erkennen. Sachlichere Menschen sehen in der Inselstruktur schlicht ein umgedrehtes Ypsilon. Diese Form ist bereits mit dem Beginn des vulkanischen Aufbaus El Hierros festgelegt worden. Entlang der Struktur wuchs die Insel. Die vulkanischen Aktivitäten ruhen zurzeit, der letzte Ausbruch fand 1793 statt.
Die Entfernungen in Luftlinie sind klein. Die Strecke von der Nordspitze Punta Norte bis zum westlichsten Punkt Punta de Orchilla misst nur 27 km. Mit dem Auto sind diese Distanzen allerdings ganz anders zu spüren. Große Höhenunterschiede auf kleinster Fläche lassen Autofahrten zu einer serpentinenreichen Berg- und Talfahrt werden. So kann man für die oben angesprochene Strecke auch mal zwei Stunden unterwegs sein.

Quer über die Insel zieht eine genannte bewaldete Gipfelregion. Weitere dominierende Landschaftsformen sind die Hochebene im Nordosten, das El-Golfo-Tal im Nordwesten und der herangezogene Steilhang El Julán im Südwesten. Die Landschaftsgegensätze sind groß. Für die relativ kleine Grundfläche ist El Hierro untypisch hoch mit steiler Küstenlinie. Das fruchtbare Hochland mit leicht geschwungenen Hügeln ist einzigartig für die Kanaren. Im Gegensatz zu den Nachbarinseln ist El Hierro außer im Nordosten kaum von Barrancos (Schluchten) zergliedert.
Die Landschaftsformen und vor allem der feuchtwarme Passatwind bestimmen das Klima und das Wetter El Hierros. Aus dem Nordosten kommend entzieht der warme der Luftstrom dem Meer Feuchtigkeit. An den Bergen El Hierros regnen sich die Wolken auf der Nordostseite ab. Bis zur Südwestseite der Insel schaffen es die gesättigten Wolken in der Regel nicht mehr, deswegen ist der Südwesten tendenziell sehr trocken und heiß. Für die Vegetationszonen El Hierros ist die Höhenlage entscheidend. Die Küstenbereiche bis ungefähr 400 Meter über dem Meeresspiegel sind trocken und mit angepassten und Wasser speichernden Pflanzen (Sukkulenten) bewachsen. Es folgt eine halbfeuchte Zone bis etwa 800 Meter in der ebenfalls Sukkulenten wachsen und darüber hinaus auch die importierten Feigenkakteen (Opuntien), der Drachenbaum und der Kanarenwacholder, die Sabinas. Bis hin zum Gipfel auf 1500 Meter schließt sich ein nebelfeuchtes Gebiet an. Hier gedeiht der immergrüne Feuchtwald, der Monteverde, der von Lorbeerbäumen geprägt wird (Laurisilva).
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