Landwirtschaft

Die Geschichte der Landwirtschaft auf den Kanaren ist eine Abfolge von Blüte und Niedergang, von einer Monokultur zur nächsten. Erst der Zuckerrohranbau, dann der von Wein, die Seidenraupenzucht, die Läusezucht zur Farbstoffgewinnung und schließlich der Bananenanbau.
An El Hierro ist dies alles beinahe unbemerkt vorübergegangen. Die Beschaffenheit des Landes und die isolierte Lage der Insel zeigte den Bauern immer wieder ihre Grenzen auf. Bis in die 1960er Jahre lebten die Bewohner fast ausschließlich von Subsistenzlandwirtschaft, d.h., die landwirtschaftliche Versorgung reichte lediglich für sie selbst und war nicht für den Export gedacht. Die einzigen Exportgüter waren Trockenfrüchte und Wein.
Noch in den 50er Jahren wurde das Golfo-Tal für die Landwirtschaft als unbrauchbar gesehen. Erst mit der Ansiedlung von Bananenfarmern aus La Palma begann eine intensive Bewirtschaftung der Tales. Ein schweres Unwetter im Jahr 1978 zerstörte einen großen Teil der Stauden. Zu dieser Zeit begann man mit dem Ananasanbau, der sich schnell als sehr vorteilhaft herausstellte. Die Pflanzen lieben trockene Böden und sind nicht so anfällig für Sturmschäden wie die hohen Stauden der Banane. Heute ist El Hierro der größte Ananasproduzent Spaniens.

Nach wie vor ist die Landwirtschaft der Dreh- und Angelpunkt der Wirtschaft, anders als auf den meisten anderen Inseln. Hinsichtlich des Tourismuszweiges wird nach wie vor auf einen „sanften Tourismus“ gesetzt und eine Industrie gibt es auf El Hierro praktisch nicht. Abgesehen von den Exportprodukten Ananas und Bananen ist die Weidewirtschaft von jeher dominant, dabei vor allem die Ziegen- und Schafzucht.
Dank finanzieller Unterstützung von der Inselregierung konnten sich die Bauern und Fischer El Hierros in den letzten Jahren zu Kooperativen zusammenschließen. Dadurch wird erheblich gewinnbringender produziert, was der Insel einen kräftigen Aufschwung bescherte.
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