Geologie

Um die Entstehung der Kanarischen Inseln wurde lange Zeit gestritten. Heute gilt als bewiesen, dass sich der Archipel auf Schollenbruchstücken durch vulkanische Prozesse nach und nach erhoben hat. Vor 16-20 Millionen Jahren ließen die ersten obermeerischen Eruptivgesteine Lanzarote und Fuerteventura entstehen. Erst vor 2 Millionen Jahren gesellten sich La Palma und noch später El Hierro hinzu. Die Inseln setzen sich heute unter der Meeresoberfläche in eine Tiefe bis zu 4000 m fort, d.h. nur ca. 5 % der Gesamtmasse sind für uns tatsächlich sichtbar.
Seine merkwürdige Bumerang-Form verdankt El Hierro einem gigantischen Erdrutsch vor ca. 50.000 Jahren. Vor diesem Ereignis muss man sich die Insel als eine bis zu 2600 m hohe Vulkanpyramide vorstellen, die sich nach Westen hin neigte. Durch Erosion und das enorme Eigengewicht löste sich etwa 300 km³ Masse und stürzte ins Meer hinab. Man schätzt, dass diese riesigen Felsmassen bei ihrem Einsturz eine bis zu 100 m hohe Flutwelle verursachten. Die stehen gebliebene Hälfte ist heute als die berühmte Landschaft El Golfo bekannt.

Die letzte Eruptionswelle fand zwischen 4000 und 1000 v. Chr. statt. Damals brachen im Süden und Nordosten mehrere Vulkane aus und ergossen ihre Laven über die Hänge. Zu dieser Zeit entstand auch der Höhlentunnel Cueva de Don Justo. Mit ca. 6 km Länge gehört er zu den größten der Welt. Der Eingang ist bei der Küste von La Restinga zu finden. Der jüngste Vulkanausbruch ereignete sich 1793 auf dem Lomo Negro.
Im Vergleich zu den anderen Kanarischen Inseln gibt es auf El Hierro ziemlich wenige Schluchten (Barrancos). Die Insel ist bekannter für ihre leicht gewellten Hochebenen und ihre fast senkrecht abfallenden Hänge. Vermutlich liegt die Ursache in dem geologisch jungen Alter der Insel. Die Erosionskräfte konnten noch nicht lange genug ihr Werk verrichten, um solche Landschaften zu formen, wie sie auf den anderen Inseln vorzufinden sind.
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