Die vergessene Insel

Seit der Eroberung durch die Spanier bis ins fast zum Ende der Franco-Diktatur ist die Zeit scheinbar spurlos an El Hierro vorbei gegangen. Nur wenige der Errungenschaften aus diesen rund 500 Jahren sind beim Großteil der herrenischen Bevölkerung angekommen. Fernab vom Weltgeschehen bestimmen weitgehend immer die gleichen Faktoren das Leben der Herreños.
Gute wie schlechte Zeiten im Überlebenskampf, in erster Linie in Ernten gemessen, wechseln sich ab. Es gibt lange Zeit keine medizinische Versorgung und kaum Bildung für die einfachen Leute. Kontakt zu den besser situierten Nachbarinseln pflegen nur die besseren Stände, wenige Adels- und Patrizierfamilien und der Klerus.

Auch mit dem Ende der Feudalherrschaft ändert sich wenig. Noch immer steht für die Herreños die Mühsal, alle hungrigen Mäuler zu stopfen, im Vordergrund. Die prekäre Versorgungslage führt zur Emigration zahlreicher Inselbewohner. Kleine Schritte nach vorn bringt El Hierro der Status als Verbannungsinsel für Oppositionelle. So rekrutiert sich der erste Arzt der Insel aus diesem Kreis. Zum Übergang ins 20. Jahrhundert erhält der damals größte Ort Valverde eine Straßenbeleuchtung mit Gas. Das Städtchen wird ab 1912 Hauptstadt mit Sitz des Inselrates. In dieser Zeit bis zum Putsch der Falangisten 1936 kommt es zu einem minimalen Modernisierungsschub, der El Hierro einen kleinen Ausbau des Hafens La Estaca, einige neue Straßen und Investitionen in die Schulbildung bringt. Mit dem Übergang in die Franco-Diktatur versinkt El Hierro wieder in einen Dornröschenschlaf.
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