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Durch den Westen

Die Westhälfte El Hierros ist mit seiner atemberaubenden Vulkanlandschaft wohl der schönste Teil der Insel. Nur eine schmale und sehr kurvenreiche Straße führt einmal um den Westzipfel herum. Zunächst geht es hinab zur Küste und anschließend an bizarren Lavaformationen vorbei. Die letzte Strecke führt schließlich durch einen wunderschönen Kiefernwald.

Nachdem man Pozo de la Salud hinter sich gelassen hat, gelangt man dabei in ein stilles und urtümliches Gebiet, das vollkommen unbewohnt ist. Hier stößt man schließlich auf die Ermita de Los Reyes, welche der Schutzheiligen der Insel gewidmet ist.

Insgesamt beträgt die zu befahrende Wegstrecke etwa 62 Kilometer, wofür man wegen der engen und teils schwer befahrbaren Straßen im Westen knapp 2 Stunden reine Fahrtzeit einplanen sollten. Man sollte dabei bedenken, dass es hinter Pozo de la Salud bis zum Ende der Tour keine Einkehrmöglichkeit mehr gibt.

Des weiteren sind auf dieser Route auch Abstecher zur Playa del Verodal (circa 2,5 Kilometer), die allerdings nicht zum Baden geeignet ist, zum einsamen Faro de Orchilla (ungefähr 10 Kilometer) im äußersten Südwesten sowie zum bizarren Wacholderwald von El Sabinar und dem Aussichtspunkt Mirador de Bascos (etwa 10 Kilometer) möglich.

Route

1. La Frontera

Die Tour startet in La Frontera. Die beiden Top-Sehenswürdigkeiten des Ortes befinden sich direkt nebeneinander: die Kirche Nuestra Señora de la Candelaria und das Campo de Lucha, wo noch heute die traditionelle Art des kanarischen Ringkampfs gepflegt wird.

2. Charco Azul de Sabinosa

Wir folgen der HI-1 und ab Los Llanilos der HI-50, in welche die HI-1 hier übergeht. Die Straße führt uns nun hinab zur Küste. Wir lassen Sabinosa hinter uns und fahren weiter nach Pozo de Salud. Etwas östlich davon findet man hier unter an Höhlen erinnernden Felsüberhängen ein Naturschwimmbecken. Auf Grund der starken Brandung sollte man hier jedoch besser nicht baden gehen. Schattige Plätze und Grillstellen laden aber zu einer kleinen Pause ein.

3. Arco de la Tosca

Von hier aus fahren wir nun auf der HI-500 die Küste entlang, weiter nach Westen. Die Landschaft wird dabei immer wilder. Den Weg säumen nun schwarze Felsbrocken. Zwischen der Montaña de los Guirres und dem Meer befindet sich ein altes Steinhaus, neben dem eine Piste abzweigt. Wir ignorieren diese Piste und nehmen die nächste zum Meer. Wenn die Piste endet, müssen wir das Auto stehen lassen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen. Wir kommen schon bald zum Arco de la Tosca, einem 25 Meter hohen Bogen aus Lavagestein über dem Meer.

4. Santuario de la Virgen de los Reyes

Wir kehren wieder auf die Straße zurück und folgen ihr durch viele Kurven in den Süden. Eine Abzweigung nach rechts gleich zu Beginn lassen wir unbeabsichtigt. Zwischen der Montaña Teneca und der Montaña de Calcosas wendet sie sich wieder Richtung Osten in das Landesinnere. Unser nächstes Ziel ist die Ermita Virgen de Los Reyes. Die von hohen weißen Mauern umgebene Kapelle ist so etwas wie das religiöse Zentrum El Hierros. Alljährlich ist sie der Ausgangspunkt einer 28 Kilometer langen Prozession, auf der ihre Marienfigur zur Kirche Iglesia de la Concepción nach Valverde getragen wird.

5. Mirador del Golfo

Von der Wahlfahrtskapelle fahren wir nun auf der HI-400 weiter Richtung Osten. Wir fahren nun über den langgestreckten Hang von El Julán. Unter Kiefern, vorbei an steilen Vulkanhängen, windet sich die Straße schließlich hinauf auf die Cumbre, den Bergkamm im Zentrum El Hierros. Auf diesem angekommen, mündet die Straße nun in die HI-1, in die wir in Richtung La Frontera einbiegen. Nach kurzer Zeit kommen wir zu einer Stelle, an der rechts ein Wanderweg abführt. Hier halten wir und gelangen in wenigen Schritten zum Mirador del Golfo, von dem wir einen weiten Ausblick über das Golfo-Tal und die sich in östlicher Richtung erstreckende Cumbre haben.

6. Malpaso

Unser nächstes Ziel ist der Malpaso, der höchste Berg der Insel. Hierzu nehmen wir die nächste Piste, die links abzweigt. Wir halten uns auch weiterhin links und gelangen schon bald auf den Gipfel. Sofern sich hier nicht die Passatwolken stauen, was allerdings durchaus möglich ist, kann man von hier aus nicht nur das Golfo-Tal und die gesamte Cumbre überblicken, sondern auch bis zu den Nachbarinseln La Palma, La Gomera und Teneriffa sehen.

7. La Frontera

Vom Malpaso geht es nun wieder auf die HI-1. Dieser folgen wir nun auf Serpentinen hinab ins Tal. Immer wieder laden dabei Parkbuchten zu einem kurzen halt ein, um den Ausblick über das Tal zu genießen. Schließlich kommen wir wieder in La Frontera an.

Varianten

Zur Playa del Verodal

Nur kurz hinter der Piste, die zum Arco de la Tosca führt, gabelt sich die Straße. Hier wenden wir uns nun statt nach links, nach rechts. Mitten durch Lavafelder führt uns diese Straße nun hinab zur Playa del Verodal. Der rötlich-schwarze Kiesstrand ist auf Grund der hier sehr gefährlichen Brandung leider kein geeigneter Badeplatz. Doch bietet die abgelegene Stille eine gute Möglichkeit zum Sonnenbaden und Picknicken. Zurück auf die Hauptroute gelangen wir, indem wir die Straße wieder bis zu dem Punkt zurückfahren, als wir die Hauptroute verlassen haben.

Zum Faro de Orchilla

Zwischen Arco de la Tosca und der Emita Virgen de los Reyes, aber hinter der Straße zur Playa del Verodal, gibt es, kurz nachdem sich die Straße nach Osten gewendet hat, eine weitere Abzweigung. Folgt man dieser Piste, so gelangt man mitten durch eine einsame Vulkanlandschaft hinab zur Küste und zum Faro de Orchilla. Der 1930 fertiggetstellte Leuchtturm dient noch heute dem Schutz der Schiffe, die von Lateinamerika kommen oder dorthin unterwegs sind. Einen echten Leuchtturmwärter wird man hier jedoch nicht mehr antreffen. Zurück auf die Hauptroute gelangen wir auch hier, indem wir die Straße wieder bis zu dem Punkt zurückfahren, als wir die Hauptroute verlassen haben.

Zum Mirador de Bascos

Die Straße hinauf zum Santuario N.S. de los Reyes endet nicht an der Kapelle, sondern führt hinter dieser weiter. Folgt man der Straße, so gelangt man zunächst zur Cueva del Carocol. Diese liegt am »Berg der Höhlen« und diente einst, vor dem Bau des Santuario als erste Kapelle zu Ehren der »Jungfrau der Könige«. Folgt man der Straße weiter und hält sich links, so gelangt man nach El Sabinar. Dieser Wacholderwald ist nicht allein deshalb einen Abstecher wert, weil er der letzte seiner Art auf der ganzen Insel ist. Das außergewöhnliche an ihm sind die teils bizarren Formen, welche die Bäume infolge der Einflüsse des von der Cumbre beständig herüber ziehenden Fallwindes angenommen haben. Bei manchen von ihnen berührt die Krone inzwischen sogar schon den Boden. Fährt man von El Sabinar nun wieder auf der Straße zurück und hält sich nun rechts, so gelangt man zum Mirador de Bascos. Ist dieser nicht gerade eingehüllt von einer dicken Wolkendecke, so bietet er einen grandiosen Ausblick auf das Golfo-Tal, die Roques de Salmor und die obere Linie der Cumbre. Von hier führt der Weg nun wieder zurück zur Kapelle, von wo aus die weitere Strecke der Hauptroute entspricht.



Impressionen